Nur ein kleiner Teil der Schweizer Jugend legt eine exzessive Internetnutzung an den Tag. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzt das Internet zwar häufig, aber nicht übermässig. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zum Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games.
Rund zwei Stunden verbringen Jugendliche durchschnittlich an Wochentagen im Internet, an freien Tagen knapp eine Stunde mehr. Das Surfen im Internet zählt damit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Schweizer Jugend. Individuell variiert die Internetnutzung zwischen einigen Minuten und mehreren Stunden täglich. Doch die allermeisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen das Internet „in einem angemessenen zeitlichen Rahmen“, stellt der Bundesrat fest.
Nur rund 2,3% weisen eine exzessive, problematische Internetnutzung auf. Problematisch bedeutet, dass durch eine übermässige Nutzung des Internets Dinge des alltäglichen Lebens wie Schlafen, Essen, Arbeit oder Freizeitbeschäftigungen vernachlässigt werden und sich der Lebensmittelpunkt zunehmend in die Virtualität verschiebt. Das vermehrte Sitzen vor dem Rechner führt zudem typischerweise zu Muskelabbau und Haltungsschäden und geht mit einer erhöhten Anfälligkeit für psychische Beschwerden einher.
Obwohl kein akuter Handlungsbedarf besteht, will der Bundesrat die weitere Entwicklung im Bereich der exzessiven Internetnutzung weiter beobachten und die Datengrundlage unter anderem mittels des Nationalen Suchtmonitorings verbessern. Mit geeigneten Massnahmen soll dann auf eine Veränderung der Problematik rechtzeitig reagiert werden können. Dabei misst der Bundesrat auf präventiver Ebene der Förderung der Medienkompetenz sowie der Früherkennung und Frühintervention hohe Bedeutung zu.
















16. August 2012
Gesellschaft, Neue Medien, Politik